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Wissensaustausch

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Museumspartnerschaft

Universitätsmuseum Hamburg

Thema

  • Partizipatives Schulprojekt

Format

  • Vermittlung
  • Forschungsprojekt

Zielgruppe

  • Schüler:innen
  • Lehrkräfte
  • Wissenschaftler:innen

Ort

Hamburg

Projektzeitraum

2023-2025


Unter dem MDG Wissensaustausch verstehen wir einen strukturierten Austausch von Wissen und Kompetenzen zwischen unserem Museum und relevanten Partnern (z. B. anderen Museen, Bildungseinrichtungen, Wissenschaft, Kulturinstitutionen, Schulen, Communities).

Public Science spielt dabei eine zentrale Rolle: Wir verstehen Wissensaustausch als partizipativen Dialog zwischen Wissenschaft, Museum und Gesellschaft. Das bedeutet, dass wir als Museum Wissenschaft & Forschung nicht nur „ausstellen und erklären“, sondern gemeinsam mit allen Partnern bearbeiten – mit dem Ziel, dass Menschen aus unterschiedlichen Hintergründen sich einbringen, mitentscheiden und Forschung/Erkenntnisse mitgestalten können.

Dabei geht es für uns nicht nur um das Weitergeben von Informationen, sondern auch um gemeinsame Entwicklungsprozesse für Formate, die Wissen erfahrbar machen.


In welchen Aspekten der Museumsarbeit achten wir darauf?

a) Co-Kreation & Mitgestaltung mit Lehr- und Forschungsteams: Wir entwickeln gemeinsam Ausstellungs- oder Mitmachformate, in denen wissenschaftliche Fragestellungen mit gesellschaftlichen Perspektiven verbunden werden und erarbeiten gemeinsam Transferwege, z. B. Visualisierungen, Hands-on-Experimente, Labs passgenau für unterschiedliche Zielgruppen.  

b) Partizipatives Public-Science-Format: Wir bauen Strukturen auf, in denen Studierende und Communities sich einbringen und Forschung bzw. Erkenntnisprozesse dialogisch begleiten (z. B. indem Fragen aus der Gesellschaft in die Projektlogik integriert werden). Das wünschen wir uns für die Zukunft. 

c) Transfer & Verstetigung: Ergebnisse und erprobte Materialien werden dokumentiert (z. B. Handreichungen), sodass auch andere Hochschul- und Museumsakteure sie nachnutzen können.


Vision

Unsere Vision für das MDG in unserem Museum ist, dass der Wissensaustausch dauerhaft als feste Arbeitsweise verankert sein wird. Wir wollen nicht nur Wissen ausstellen und vermitteln, sondern komplexe wissenschaftliche Inhalte gemeinsam mit den Lehr- und Forschungsteams, den Studierenden und der Stadtgesellschaft gemeinsam bearbeiten und in alltagsnahe, dialogische und für alle zugängliche Formate übersetzen. Die Wirkung und Qualität universitärer Forschung soll für alle Zielgruppen transparent erfahrbar werden. Zudem möchten wir gern Dialogformate, Bürgerbeteiligung und Wissenschaftskommunikation zu gesellschaftlich relevanten Themen systematisch ausbauen.


Wieso ist es für die Gesellschaft wichtig, dass ein Museum Wissen austauscht?

Es ist wichtig, weil dadurch Bildung, Teilhabe und Orientierung verbessert werden. Unser Museum wird weiterhin Wissen zugänglich machen und verständlich in Dialoge übersetzen, in denen dann auch unterschiedliche Perspektiven sichtbar werden. Dieser Wissensaustausch wird die gesellschaftliche Wirkung universitärer Forschung stärken. Zudem werden wir dabei unsere Universität als verlässliche Partnerin für Hamburg erkennbar machen, weil wir ihre Rolle in städtischen Themen (z. B. Bildung, Gesundheit, Klima) konsistent kommunizieren. Durch diese Kommunikation der Beiträge der UHH zur Entwicklung Hamburgs wird der Transfer in den Stadtraum sichtbar und messbar. So werden wir über „Public Science“ langfristig Vertrauen in der Stadtgesellschaft aufbauen und die Nutzung von Wissen erleichtern.



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HUMANS


Um unser Verständnis von Wissensaustausch und unsere Wirkung in die Gesellschaft konkret zu verdeutlichen, haben wir für ein bereits durchgeführtes Projekt mit Hamburger Schulen einen sogenannten Wirkungskreislauf erarbeitet. Diesen haben wir hier eingestellt.

Dieser Wirkungskreislauf beruht auf der IOOI-Methode. Sie strukturiert die Planung, Steuerung und Evaluation der Wirkungsweise eines Projektes oder eines Vorhabens. Die Abkürzung IOOI bedeutet: Input, Output, Outcome, Impact.

Zum besseren Verständnis hier zunächst noch eine einführende Erläuterung zum durchgeführten Projekt:

Das Projekt HUMANS (aus der Einleitung zur Handreichung, von Lara Hemken und Lars Janning)

Seit einigen Jahren sehen sich viele Biologielehrkräfte in Hamburg einer Herausforderung gegenübergestellt: In ihren Sammlungen befinden sich Human Remains, das heißt menschliche Überreste, zumeist in Form von alten Lehrmitteln wie Schulskeletten, Knochenschnitten oder auch Feuchtpräparaten.

Es handelt sich dabei nicht um Einzelfälle: Nach einer Abfrage besitzen ca. 40 Prozent der weiterführenden Schulen in Hamburg Human Remains. Darunter befinden sich 22 vollständige menschliche Skelette, 46 Schädel, 20 Schautafeln mit Knochenschnitten, 40 menschliche Organe als Nass- oder Acrylpräparate und diverse Einzelknochen.

Wie sie in die Sammlungen kamen, ist überwiegend unklar: Erste Nachforschungen legen nahe, dass viele in der Vergangenheit über den regulären Lehrmittelhandel bezogen worden sind. Andere stammen aus Nachlässen von Ärzt:innen oder aus anderen nicht mehr nachvollziehbaren Quellen.

Teilweise lange unbemerkt, lagern sie seit vielen Jahren in Schränken, Kisten und Kellern. Mit der Staubschicht ist das Unbehagen gewachsen. Lehrkräfte haben sich deshalb an verschiedenste wissenschaftliche Institutionen in Hamburg gewandt, und das vor allem mit einer Frage: Was sollen wir damit machen? Gar nicht so einfach zu beantworten, denn darüber lässt sich aus sehr verschiedenen Perspektiven nachdenken. Geht es hier um Recht und Ordnung? Geht es um Ethik und Verantwortung? Mit welchem Fokus wollen wir Antworten suchen?

Aus dieser Unsicherheit heraus ist das Projekt HUMANS entstanden. Expert:innen aus dem Universitätsmuseum, dem Medizinhistorischen Museum (MMH), dem Schulmuseum, dem Landesinstitut für Qualifizierung und Qualitätsentwicklung in Schulen (LI), dem Museum der Natur des LeibnizInstituts zur Analyse des Biodiversitätswandels (LIB) und dem Institut für Rechtsmedizin des Universitätsklinikums HamburgEppendorf (UKE) haben dafür ein Jahr lang zusammengearbeitet und sich mit Human Remains in Schulsammlungen beschäftigt.

Eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Dr. Antje Nagel (UHH), Lara Hemken, Lars Janning (LI), Daniel Bein (LIB), Ralph Höger (MMH), und PD Dr. Eilin Joppvan Well (UKE), hat diese Arbeit initiiert, organisiert, getragen und begleitet.

Gefördert wurde HUMANS durch die Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung im Rahmen der Landesinnovationsförderung „Science for Society“.

In drei Pilotprojekten forschten wir gemeinsam mit Schüler:innen und Lehrer:innen: Wir haben zusammen versucht herauszufinden, wie die Human Remains in die Schulen gekommen sind, und darüber diskutiert, wie wir mit ihnen umgehen wollen. Wir haben Uneinigkeit akzeptiert, zugehört, nach Antworten gesucht und wissenschaftliche Perspektiven und Methoden mit Bürger:innen geteilt.  

Dabei ist auch ein kleiner Band, eine 80seitige Handreichung entstanden. Wir hoffen, dass der Band/die Handreichung bei der Auseinandersetzung mit den in Schulen lagernden menschlichen Überresten helfen wird. Vielleicht ermutigt er auch, eine solche Auseinandersetzung gemeinsam mit Schüler:innen zu gestalten.



Handreichung zum Download


Universitätsmuseum Hamburg
Stabsstelle Universitätsmuseum und Zentralstelle für wissenschaftliche Sammlungen Universität Hamburg
Abteilung 2 Kommunikation und Marketing
Postadresse: Mittelweg 177, 20148 Hamburg
Museumsadresse: Edmund-Siemers-Allee 1, 20146 Hamburg
www.uni-hamburg.de/museen-sammlungen/universitaetsmuseum.html

Ansprechperson
Dr. Antje Nagel, Leitung, Mail-Adresse